Der streng geregelte Tagesablauf



Um 8.00 Uhr morgens weckte der erste Kammerdiener Ludwig XIV.
Zuerst kam die ,,vertrauliche Gruppe" ins Schlafzimmer. Die Gruppe bestand aus den k├Âniglichen Kindern, den Prinzen und Prinzessinnen von Gebl├╝t, dem ersten Arzt, dem ersten Chirurgen und anderen n├╝tzlichen Personen.
Dann folgte die "Gro├če Gruppe" . Sie bestand aus dem Gro├čk├Ąmmerer, den ersten Kammer- Edelleuten, den Herz├Âgen von Orleans und Penthovie, einigen besonders beg├╝nstigten Seigneurs, den Ehren- und Kammerdamen, den Prinzessinnen und der K├Ânigin sowie aus Barbieren, Schneidern und verschiedenen Dienern.
Dann kleidete sich der K├Ânig an. In diesem Augenblick wurde die dritte Gruppe , die teils aus G├╝nstlingen , teils aus einer Menge von Dienstleuten, aus ├ärzten und Chirurgen, Intendanten und Vorlesern zusammengesetzt war, zum K├Ânig gelassen. Auch die Nachtstuhl-Inspektoren fehlten nicht.
Die ├ľffentlichkeit im Lebens des K├Ânigs war so gro├č, dass kein Moment seines Tages ohne Zeugen war. Als er begann sich anzukleiden, kam die vierte Gruppe hinzu, die weitgehend aus Edlen bestand. Sie waren zahlreicher als die Vorangehenden. Sie umfasste au├čer den Mantel- und B├╝chsentr├Ągern, den Tapezierern und ├╝brigen Dienern die meisten hohen Beamten wie den au├čerordentlichen Gro├č- Almosenier, den Kaplan, den Prediger, den Hauptmann der Schweizer Garden, den Oberj├Ągermeister, den Oberwolfsj├Ąger, den Gro├čmeister und den Zeremonienmeister, den ersten Ma├«tre d'hotel, den Oberbrotmeister, die Gesandten, die Minister und Staatssekret├Ąre, die Marsch├Ąlle von Frankreich und einen Teil der ├╝brigen hervorragenden Noblesse und Geistlichkeit.
Nun wurde die f├╝nfte Gruppe eingelassen, die alles umfasste, was bisher fehlte. Der K├Ânig beendete das Ritual durch ein Gebet.

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